Eine Hochzeit ist kein Kindergeburtstag! – Oder doch?

Von wegen, „so langsam wird’s doch ruhiger bei euch, oder?“! Der September war noch ganz schön knackig, und wenn dann noch eine Hochzeit innerhalb der (marry me-)Familie zu planen und feiern ist, dann stehen die anderen Dinge schnell hintenan. Aber heute wird mal wieder gebloggt! Für diejenigen unter euch, die schon ganz gespannt auf Janinas Hochzeitsbericht warten: da müssen wir euch leider noch etwas um Geduld bitten, denn sie weilt noch in den wohl verdienten Flitterwochen… 🙂

Heute daher erstmal zu einem anderen Thema, quasi aus aktuellem Anlass, denn gefühlt kam sie bei jedem einzelnen Erstgespräch der letzten Tage und Wochen zur Sprache: Die Kinderfrage. Der Klassiker von Weihnachten „Und wer nimmt Oma?“ lautet bei Hochzeiten „Müssen wir die Kinder unserer Gäste eigentlich auch einladen?“

Dazu gibt es genauso viele Meinungen wie Möglichkeiten. Viele unserer Paare haben selber schon Kinder, und für sie ist es entweder selbstverständlich, dass ihre eigenen sowie die ihrer Gäste in die Feier eingebunden werden, schließlich ist es ein Familienfest. Oder sie sagen sich: „Hey, wir wollen endlich mal wieder so richtig feiern, natürlich geben wir unsere Sprösslinge zum Babysitter (Oma und Opa feiern ja hoffentlich selbst mit)!“ Entsprechend erwartet man von seinen Gästen, dass sie das Gleiche tun. Wer selbst noch keinen Nachwuchs hat, mag noch strenger sein und den der anderen erst Recht nicht bei der Hochzeit dabei haben wollen.

Wie aber kommuniziert man es, wenn man die lieben Kleinen der Freunde zwar grundsätzlich toleriert, sie aber in der Kirche und vor allem auf der Party eher als Störfaktor empfindet? Darf man das so direkt sagen!?

Eine Hochzeit ist kein Kindergeburtstag!

Generell gilt: es ist eure Hochzeit, und ihr macht die Regeln. Wenn ihr euch eine kinderfreie Hochzeit wünscht, so ist das eure legitime Entscheidung, und die Gäste haben dies zu akzeptieren. Zu beachten ist natürlich immer, von wo die Gäste kommen und inwiefern es zumut- und umsetzbar ist, dass sie ihre Kids über ein Wochenende fremdbetreuen lassen (bei Säuglingen steht so eine Forderung natürlich außer Frage). Kommuniziert klar und deutlich, dass es eine Erwachsenenfeier werden soll und ihr euch wünscht, dass die Eltern unter euren Gästen ungestört und bis in die frühen Morgenstunden mit euch feiern. Vielleicht werden einige der Gäste persönlich beleidigt sein, dass ihre Brut nicht erwünscht ist. Schlimmstenfalls werden sie euch absagen. Aber wann kann man es schon jedem Recht machen? Und die Kinder werden nicht der einzige Knackpunkt sein. Wie in einem früheren Artikel schon einmal thematisiert, definiert man mit seiner Hochzeitseinladung seinen Freundeskreis neu. So wie bei vielen Dingen ist es auch bei der Hochzeit so: Wenn man der Einladung Folge leisten möchte, findet man Wege; wenn nicht, findet man Gründe.

Möchtet ihr die Kleinen grundsätzlich gerne dabei haben, gleichzeitig aber die Party nicht gestört wissen, dann empfehlen wir, professionelle Kinderbetreuung zu beauftragen, sei es in Form von Babysittern oder richtiger Animation. Je nach Alter. Plant ihr so ein Angebot, dann fragt per Einladung ab, wer seine Kinder mitbringen möchte/muss und wie alt diese sind.

Plant ihr die Kids mit ein, dann sollte dies möglichst vor der Wahl der Locationsuche feststehen, denn je nach Anzahl und Alter sollte nach Möglichkeit ein separater Raum zur Verfügung stehen, insbesondere wenn ihr Kinderbetreuung gebucht habt. Die Kleinen essen nun mal gerne früher und vor allem nicht so lange. Und überhaupt sind die Reden der Eltern auch so schrecklich langweilig. Viel lieber greifen sie schnell in die Pommes-Schüssel, schnappen sich noch eine Frikadelle und laufen gleich wieder raus zum Spielen.

Und wenn ihr euch in eine Location verliebt habt, die so gänzlich kinderunfreundlich ist? Dann schreibt doch einfach etwas in dieser Art in eure Einladungen: „Eure Kinder sind herzlich willkommen! Wir weisen jedoch darauf hin, dass unsere Location direkt am Wasser liegt und wir keine Haftung übernehmen können.“ (Dieser Ratschlag ist natürlich mit sehr deutlichem Augenzwinkern zu verstehen ;-))

Letztlich gilt bei der „Kinderfrage“, wie auch bei den zig Dutzend anderen Entscheidungen, die ihr im Zuge der Hochzeitsplanung treffen müsst: Hört für die Antwort in euch rein und entscheidet so, wie IHR es für richtig haltet. Damit könnt ihr gar nicht falsch liegen.