Die Preisfrage – oder: wie behalte ich bei der Hochzeitsplanung die Kosten im Blick?

Wenn wir mit unseren Brautpaaren das erste Mal zusammensitzen, spielen wir zunächst „Wünsch dir was“. Das heißt, die Paare erzählen erst einmal, wie sie sich ihre Hochzeit vorstellen und dabei auch, was die „heimlichen Herzenswünsche“ sind. Oft fällt in dem Zusammenhang der Satz: „Wir hätten gerne, aber nur, wenn es ins Budget passt…“ oder „Wenn das nicht zu teuer ist, wäre das-und-das toll…“

So unromantisch es ist, aber wir kommen am Ende des Gesprächs immer zur leidlichen „Preisfrage“. Dabei hat etwa die Hälfte der Paare ziemlich konkrete Budgetvorstellungen und kann die Gesamtkosten, die wir dann aufführen, gut nachvollziehen. Die andere Hälfte hingegen hat Schwierigkeiten damit, einzuschätzen, was eine Hochzeit „mit allem Drum und Dran“ heutzutage für das Bankkonto bedeutet.

Damit ihr bei eurer Planung den Überblick behaltet, erstellt am besten eine Tabelle und führt alle Positionen auf, die euch spontan einfallen. Also Location mit sämtlichen Speisen (Fingerfood, Kaffeetafel, Abendessen, Mitternachtssnack) und Getränken (zum Empfang, Abendessen, Party), Musik, Fotograf, Papeterie, Deko, Styling… Diese Liste wird sicher im Laufe der Planung wachsen, da euch nach und nach immer mehr Dinge einfallen, die ebenfalls berücksichtigt werden sollten. Unser Tipp: seid wirklich gewissenhaft und gründlich und führt über alles Buch! Denn auch „Kleinigkeiten“, wie Gastgeschenke oder Gästebuch, Ringkissen usw. summieren sich.

Angebote von Hochzeitsdiensleistern unbedingt richtig lesen

Dann fangt ihr an, die ersten Angebote einzuholen von Locations und Caterern und all den anderen Dienstleistern. Es empfiehlt sich, jeweils zwei, drei Angebote für jede Branche zum Vergleich einzuholen; so bekommt ihr ein besseres Gespür für die marktüblichen Preise. Wenn ihr beim Catering-Angebot keine Getränkepauschalen, sondern die Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch angeboten bekommt (was für beide Beteiligten meistens die fairere Variante ist!), könnt ihr als Faustregel den Menü- bzw. Buffetpreis ansetzen, und ihr habt in etwa die Kosten für den Getränkeverbrauch im Zeitraum von etwa sechs Stunden. Also wenn das Menü beispielsweise 45 Euro kosten soll, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr pro Gast in etwa noch einmal genauso viel für Getränke während des Abendessens ausgebt. Hinzu kommen hier immer Longdrinks, Digestif und alles, was allgemein „open end“ getrunken wird. Man gibt insgesamt also mehr für Getränke als für das Essen aus.

Ungefähre Gesamtkosten eurer Hochzeit

Die Kosten für die Location inklusive Speisen und Getränke sind übrigens ein guter Anhaltspunkt, um die Gesamtkosten der Hochzeit einzuschätzen. Denn auch hier gibt es eine Faustregel: „Location x 2 zuzüglich Kleidung und Ringe“. Bei einer Gesellschaftsgröße von 70 bis 80 Gästen kommt diese Formel in der Regel gut hin. Nicht berücksichtigt sind hierbei exklusivere Wünsche, wie z.B. eine Live-Band oder Feuerwerk.

Und zu guter Letzt noch zwei Tipps, wenn ihr Angebote einholt: vergleicht nicht nur die Zahlen, die unter dem Strich stehen, sondern immer auch die aufgeschlüsselten Leistungen da drüber! Je transparenter ein Angebot ist, desto besser. Versteckte Kosten finden sich zum Beispiel bei einigen Fotografen, die für die Bildrechte einen Aufpreis nehmen oder wenn sie eure Bilder nicht für Werbezwecke nutzen dürfen.

Und bei der Location-Wahl gilt: eine Räumlichkeit mit angeschlossenem Gastronomiebetrieb oder Inhouse-Caterer ist in der Regel günstiger, als wenn man einen Raum mietet und zusätzlich einen Caterer bucht, der von der Gabel bis zum Stuhl alles mitbringen muss. Im Restaurant entfällt die Raummiete, und ihr zahlt nichts extra für Mobiliar und Geschirr, da beides bereits in den Menüpreisen inkludiert ist.

Was viele Brautpaare ebenfalls gerne unterschätzen: eine Feier im eigenen Garten ist in etwa doppelt so teuer, wie ein Fest in einem Restaurant mit vorhandenem Equipment und sanitären Anlagen.

Nicht mit zu spitzem Bleistift planen

Ganz wichtig, damit ihr euch über die Kosten nicht die Vorfreude verderben lasst: geht nicht mit zu spitzem Bleistift an die Planung heran und habt einen finanziellen Puffer im Hinterkopf! Weiterhin unterteilt eure Wünsche in „unbedingt haben wollen“ und „wäre schön, muss aber nicht“. Letztere könnte man sich auch von den Eltern oder der Freundes-Clique schenken lassen.

Diesen Artikel findet ihr übrigens zusammen mit vielen weiteren Planungstipps von den Kolleginnen auf http://www.alpenwelt-versand.com/magazin/trachtenhochzeitsguide/!